Fahrradtiefgaragen in Tokio – Vollautomatisch in den Untergrund

Wer beispielweise in Minato-ku, Tokio wohnt, dort arbeitet oder zur Schule bzw. Uni geht, kommt in den Vorzug einen vollautomatisierten Stellplatz für sein Fahrrad in Anspruch nehmen zu können. Von der Stadt subventioniert ein echtes Schnäppchen für 1800 Yen pro Monat. Taifun- und tsunamigeschützt, vor Diebstahl und anderen Beschädigungen gefeit.

Die Parkanlage besteht aus 5 „Turmkellern“ mit einem jeweiligen Fassungsvermögen von 204 Fahrrädern. Alles ist vollautomatisiert und computergesteuert. Zur Benutzung der Anlage wird lediglich eine sogenannte IC-Karte benötigt. Vergisst man beispielsweise in welchem der Türme man sein zweirädriges Fahrzeug abgestellt hat, verweist die Digitalanzeige am Turmeingang auf den richtigen Abstellort.

Bei der Registrierung wird die Größe des Fahrrads überprüft, die AGB unterschrieben und umgehend der "IC-Tag" an der Vordergabel des Drahtesels befestigt. Studenten bekommen selbstverständlich einen Sondertarif. Verträge können für einen, drei oder sechs Monate abgeschlossen werden. Volle Monate werden gebührenfrei auf Wunsch zurückerstattet. Die Verlängerung erfolgt ab dem Zwanzigsten bis zum Ende eines jeden Monats. Einfache Sache.

So sieht's aus im Untergrund.
So sieht's aus im Untergrund.

Das anschließende Video zeigt anschaulich wie einfach die Benutzung ist. Folgende Erklärung möchte ich jedoch vorabstellen.

Zum Parken wird das Fahrrad auf die Schiene gestellt, wobei das Vorderrad in den Türschlitz gesteckt werden muss. Dabei liest der Sensor automatisch den IC-Tag an der Vordergabel ein. Der Besitzer muss nur noch den Bestätigungsknopf drücken. Kein Pin, kein Zahlen. Die Tür öffnet sich und der Hirsch verschwindet im gefräßigen Schlund der Anlage. Mit einem Lift wird das Fahrrad in eine Tiefe von bis zu zwölf Metern transportiert und unterirdisch auf einem der freien Parkplätze abgestellt. Die Daten werden gespeichert. Fertig. Alles elektrisch. 

Das Ausparken funktioniert ähnlich. IC-Karte an das Sensorfeld halten. Sekunden warten während der Lift das Velo wieder ans Tageslicht  manövriert. Fahrrad aus der Rille nehmen. Wieder keine Pin-Eingabe oder Zahlung nötig. Einfacher geht’s nicht.

Zudem sicher, platzsparend, praktisch und kostengünstig. Willkommen in Tokio.

 

Mehr Infos über ECO Cycle gibt's beim Hersteller GIKEN.

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