Bunt in der Stadt (街中色とりどり)

Jetzt ist Odawara bunt wie Deutschland an Weihnachten. Das ist wegen der Hina-Dekoration. Am 3. März, dem Tag des Mädchens, dekoriert man in Japan zwei Figuren als Pärchen im Kimono, Prinzessin und Prinz. Damit hofft man auf Glück und Gesundheit für das Mädchen, meist die eigene Tochter. Die Figuren heißen Hinakazari. Das Dekorieren an sich ist eine Tradition vergleichbar mit dem Schmücken des Baumes zum Weihnachtsfest in Deutschland. Seit der späten Edoära gab es eine "Armen-Version" mit Figuren im Mobilestil. Die Dekoration musste nicht im Prinz- und Prinzessinnenstil sein. Von Affen und Hasen über Goldfische und Bälle waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Erlaubt war was selbstgebastelt werden konnte.
Es war damals die "Armen-Version", aber jetzt in der Gegenwart mag ich die Dekoration sehr. Die Mobiles wehen im schön bunt im Wind.

Normalerweise dekoriert man zu Hause die Figuren, also privat. Aber in Odawara sehe ich die halbe Stadt in Dekoration. Viele Läden und ein Museum haben Hina-Dekoration. Sie sind schön bunt und ich genieße sie.

Ab 9. Feb bis 3. März werden die Figuren in den Läden und in einem Museum in Odawara dekoriert. Man kann eine Tour, auf der man die ausgestellten Hinafiguren findet, machen. Dafür gibt es eine Broschüre in Odawara. So lassen sich alle "Verstecke" aufspüren. Der Broschüre zufolge gab es bis ca. 1955 eine weitere Tradition. Die Mädchen hatten eine kleine Küchenausstattung mit der sie abwechselnd ihre Freundinnen besuchten. Eine Rundtour mit dem Ziel auch die ausgestellten Hinafiguren der anderen Familien sehen zu können. Inspiriert von dieser Tradition hat ein Bürgerverein das Ausstellen der Hinafiguren wiederbelebt. Heute sind alle Ausstellungen für jedermann kostenfrei und an vielen Ecken der Stadt zu finden.

Zusätzlich finden einige Veranstaltungen statt, z.B. ein klassisches Konzert mit Hinafiguren im Museum, eine Teezeremonie, eine Gourmettour usw.

So schön das ganze Spektakel auch ist, so wichtig ist es die Figuren schnellstmöglich nach dem 3. März wieder in die Schränke zu verbannen. Der Aberglaube besagt, dass die Mädchen sonst keinen Mann finden werden.

 

 

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